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Cécile Rousset

CEO & Founder, Vivovenetia
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Interview

Warum hat sich eine Weltreisende wie Du, fast eine Nomadin, für Venedig als Heimat entschieden?

Hier fühle ich mich zu Hause. Diese Stadt ist das Symbol vom Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen, sie ist eine Brücke zwischen Morgen- und Abendlande. Sie vertritt den unlösbaren Schluss zweier Elemente, des Wassers und des Landes. Ich denke, Venedig hat die Kraft, die Leute zu sich zu ziehen, die es lieben. Wer sich dafür entscheidet, in Venedig zu wohnen, der macht es nicht aus ökonomischen oder logistischen Gründen. Ich habe Venedig nach zahlreichen Reisen in der ganzen Welt genau seiner Einzigartigkeit wegen gewählt.

Was ist dein Verhältnis zu der Stadt jetzt, wo Du Venezianerin bist?

Diese Stadt ist eine Art Mutter: Sie kann dich mit Ihrem Wiegenlied ins Schlafen begleiten, aber sie kann auch tadeln, wenn du den falschen Weg nimmst. Und sie kann auch verzeihen. Sie nimmt dein Herz und wertet deine Gefühle auf. Als wäre das Wasser ein Spiegel, kannst du in dich hineinschauen und dich wirklich verstehen.

Du siehst aus, als wärest Du tatsächlich in Venedig verliebt. Ich vermute, Du willst es schützen, ist das dein Ansatz?

Ich möchte Venedig und seinen Bewohnern meinen Respekt zeigen und mitmachen, um diese wunderschöne Stadt zu schützen. Es gibt viele Arten Venedigs, die aus Leuten bestehen, die sich vielleicht niemals treffen. Es ist mir sehr oft geschehen, Touristen zu begegnen, mit ihnen zu plaudern und ihren Wunder zu bezeugen, als sie entdeckt haben, es gibt eine lebendige Stadt außer den gewöhnlichen Orten, die aus kleinem Handwerk und außergewöhnlichen Künstlern besteht, die ihre Kenntnisse mit großer Kreativität weiterbringen. Ich will nicht, dass Venedig wie etwa Disneyland betrachtet wird, das man für wenige Ruhmaugenblicke fotografiert. Ich merke, dass die Touristen nach ein paar Anweisungen eine neue Stadt begehen, vielleicht eine authentischere. Alle Bewohner sind mit einer zu schnellen Tourismusart müde und unzufrieden, die dieses Land sowohl kulturell als auch auf Umweltniveau verarmt, und die keinen eigentlichen Gewinn mit sich bringt, nicht einmal auf ökonomischem Niveau. Ich glaube fest daran, dass die ganze Region Venetien, als Tourismusziel und internationalen Brand noch wenig bekannt (außer Venedig, Verona und Padua), in der Lage ist, Kulturmenschen zu ziehen, neugierige Menschen, die mehrmals kommen möchten, um immer einen neuen Stück davon zu entdecken. Ich habe bereits eine „educ-tour“ für die Region Venetien organisiert, die von den Gebiet um Treviso, Vicenza bis hin zum Gebiet um den Brenta spannte. Die daran teilnehmenden Tour-Operators waren davon überrascht und bezaubert, eine so außergewöhnliche Schönheit entdeckt zu haben. Die Region Venetien bietet praktisch alles an: Meer, Gebirge, Seen, Kultur, Gastronomie, Handwerk und vieles mehr. Ich denke, die Zeit ist reif, eine Brücke zwischen Venedig und dem umgebenden Gebiet zu schlagen.

Wie wird Dein Engagement konkret eingesetzt?

Ich habe mich dafür beschlossen, ein Netz zu schaffen, das den Zugang zu den Freizeitaktivitäten in Venedig und Venetien erleichtert, auch unter den heimlichsten. Ich will diese Webseite für alle zur Verfügung stellen, sowohl für die Einheimischen, als auch für die Touristen. Mein Ziel ist genau dies: Den Riss zwischen Besuchern und Einwohnern zu löschen, indem wir den Akzent von einem klassischen Tourismuskonzept zu einem anderen verlegen, der für Leute gedacht ist, die ein Territorium erleben, Neues erlernen, Aktives unternehmen möchten. Ich bin davon bewusst, dass viele Unternehmen, die Kreativitätsexzellenzen sind und die Einzigartigkeit des Territoriums vertreten, ihre Schwierigkeiten in der effizienten Promotion haben und daher ihre Kunden nicht erreichen können. Wenn man keinen Verkauf schließt, sind alle anderen Überlegungen leeres Geschwätz. Ich will dagegen eine direkte Verbindung zwischen Nachfrage und Angebot schaffen, und zwar dank der Möglichkeiten des online Handels und dank unserer internationalen Mitarbeiter, sodass man der Welt die Exzellenz von Venedig und von der Region Venetien zeigen kann. Ich bin davon überzeugt, dass diese Krisenperiode der ideale historische Moment ist, ein neues Businessmodell anzunehmen und das Territorium neu zu verwalten, mit einer gleichzeitig globalen und lokalen Aussicht. Venedig ist nicht dazu verpflichtet, sich von zügellosen Touristenorden überfüllen zu lassen, sondern es lässt sich von denen auswählen, die es tatsächlich lieben und respektieren wollen, seien sie Einheimische oder Fremde.

Studium

● Studium der Politikwissenschaft bei Sciences Po Grenoble, an der Universität „Pierre Mendes France“, Frankreich.

● Teilnahme am Erasmusprogramm an der Universität für Politikwissenschaft zu Bologna, Italien.

● Master für internationale Tourismuswissenschaft an der Universität Toulouse, Frankreich.

● Zweijähriges Master für internationale Beziehungen – Europa und Südamerika an der Universität zu Bologna und am Sitz in Buenos Aires. Italien und Argentinien.

● Doktorstudium für Internationale Mitarbeit und Nachhaltige Entwicklung, CIRPS (Interuniversitäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung), Universität La Sapienza zu Rom.

ARBEITSERFAHRUNGEN

  • ● Mitglied der Expertengruppe ETIS (Anzeiger für den nachhaltigen Tourismus) bei der Europäischen Kommission.

    ● Beraterin im Fach Tourismus bei Unioncamere Veneto, regionales Projekt agrifood, CMC-Projekt „I distretti incontrano la cultura“, Programm Süd-Ost Europa-Italien.

    ● Technical Project Manager für die Region Venetien, Abteilung Wirtschaftsförderung, CMC-Projekt „I distretti incontrano la cultura“, Programm Süd-Ost Europa-Italien.

    ● Dozent für Tourismusfächer und Internationale Beziehungen per mehrere Universitäten und Organisationen in Italien und im Ausland (Universität zu Bologna, Univesität San Andres zu La Paz, Universität La Sapienza zu Rom). Bolivien, Italien.

    ● Project Manager für die Nichtregierungsorganisation „COSV“ und der Nationalpark Sujetska, Projekt nachhaltiger Tourismusentwicklung, IPA/EU Programm. Montenegro/Bosnien.

    ● Betreuerin für die Bewertung und Überwachung eines Notprojekts für die Nichtregierungsorganisation „COSV“ in Darfur. Sudan.

    ● Koordinatorin der Beziehungen zu der Europäischen Kommission und die internationale Organisationen für die Italienisch-Bolivianische Handelskammer ACACIB.

    ● Tourismusbetreuerin für die Nichtregierungsorganisation „Oxfam“. Projekt „Integrierte Verwaltung der Naturressourcen im Central Karakorum National Park (CKNP)“, unterstützt vom Italienischen Außenministerium.

    ● Tourismusbetreuerin für die Nichtregierungsorganisation „CeLIM“. Projekt „Sozial-ökonomische Entwicklung durch die Förderung nachhaltigen Tourismus‘“, unterstützt vom Italienischen Außenministerium. Mosambik.

    ● Tourismusbetreuerin, Project Managerin und Country Managerin für die Nichtregierungsorganisation „COSV“ im Auftrag vom Italienischen Außenministerium. Bolivien.

    ● Forschung beim CIRPS (Interuniversitäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung) – Universität La Sapienza zu Rom, Mission zu den Flüchtlingslagern Saharawi. Italien, Algerien.

    ● Forschung beim Travel and Tourism Research Institute of Nottingham. England.

    ● Mitarbeiterin bei einer Tourismusagentur für Abenteuerreisen in Mexiko.

    ● Entwicklung des Tourismusplans für das Gemeinderat in Guadeloupe.

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Noi di VivoVenetia

Wir sind ein Team neugieriger und enthusiastischer Menschen, die fest an das VivoVenetia-Projekt glauben und sich aktiv für die Umsetzung einsetzen. Unsere Mitarbeiter koordinieren ein umfangreiches Netzwerk von Mitarbeitern, die im Online-Portal und beim Aufbau des physischen VivoVenetia-Netzwerks in Italien und in der Welt tätig sind. Wir sind aktiv bei der Auswahl der besten Dienstleister in der Region Venetien unter denen, die unser Projekt heiraten und unsere Werte teilen möchten. Zu diesen bieten wir alle unsere Dienstleistungen und die Unterstützung, die sie benötigen, um im VivoVenetia-Netzwerk optimal zu funktionieren.